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Wir brauchen eine übergeordnete Museumsstrategie für alle Häuser und nicht eine Wunschliste der einzelnen Museen.

Wir brauchen eine übergeordnete Museumsstrategie für alle Häuser und nicht eine Wunschliste der einzelnen Museen.

Wenig überraschend kommt die Betriebsanalyse des Historischen Museums zum Schluss, dass das Museum mehr Geld braucht. Das war beim Kunstmuseum schon so und wird bei allen anderen Häusern auch so sein. Es verzichtet niemand freiwillig auf Geld. Wäre ich Museumsdirektor, ich würde natürlich auch versuchen mehr Geld und mehr Ausstellungsfläche zu bekommen. Daher braucht es keine Wunschliste der einzelnen Häuser, sondern endlich eine Grundsatzdebatte darüber, wie unsere Museumslandschaft in Zukunft aussehen soll. Auf diese Problematik habe ich bei der Parolenfassung zum Neubau vom Naturhistorischen Museum und Staatsarchiv hingewiesen.

Parolenfassung Neubau Naturhistorisches Museum und Staatsarchiv

FDP Basel-Stadt Parteitag vom 11. April 2019


Liebe Freisinnige


Der Neubau für das Naturhistorischen Museums und das Staatsarchiv ist also alternativlos und muss dringend umgesetzt werden. Wenn die Regierung etwas als alternativlos bezeichnet, wird der liberale Geist hellhörig. Wenn man von Alternativlos spricht, dann fehlen einem meist die wirklich guten Argumente….

Inventarliste statt Museumsstrategie

Die Idee des Neubaus stammt noch vom Team von Guy Morin und ist über 6 Jahre alt. 6 Jahre sind eine lange Zeit. In 6 Jahren hätte man eine Museumsstrategie entwickeln können, die den Namen verdient und die nicht einfach nur eine Inventarliste ist, die ein Praktikant in ein paar Wochen hätte schreiben können.

Wir erinnern uns, in Basel war man vor ein paar Jahren fast schon wie bei Trump kurz vor einem "Government Shutdown", weil es Herr Morin und sein Team während Jahren nicht geschafft haben, ein Papier und eine Vision zu erstellen, wie mit den Basler Museen in Zukunft umgegangen werden soll. Die Bürgerlichen drohten das Budget nicht zu genehmigen. Die fehlende Strategie wurde aber nicht nur von bürgerlicher Seite kritisiert, auch die Linken – gar das  Schweizer Fernsehen aus Zürich kam nach Basel und machte eine ganze Kulturplatzsendung über die Basler Kulturpolitik. Und kritisierte die Basler Kulturpolitik. Leider alles erfolglos....

Besucherverhalten wird sich verändern

Ja, auch mir liegen die Museen am Herzen – Museen sind wichtig für den Standort Basel. Aber auch Museen verändern sich. Wie bei der Messe oder bei Einkaufszentren – das Besucherverhalten verändert sich. Mit der Digitalisierung gibt es ganz neue Möglichkeiten den Bildungsauftrag der Museen umzusetzen. Einkaufsflächen werden kleiner (Nicht alles wird präsentiert) und auch die Messeflächen könnten heute deutlich kleiner sein. Museumsflächen in Basel sollen aber immer grösser werden.

In Basel verweigert sich das Präsidialdepartement über diese Themen zu sprechen. Wäre ich Museumsdirektor, ich würde mir auch mehr Fläche und ein höheres jährliches Budget wünschen. Wie es beim Kunstmuseum rausgekommen ist, wissen wir, einfach mehr Fläche ist nicht nachhaltig.

500 Millionen oder mehr für die Museen

Wir wissen heute noch nicht, was uns die Museen in Zukunft kosten werden. Man spricht von einer halben Milliarde, die in den nächsten Jahren investiert werden müssen. Eine halbe Milliarde basierend auf einer Inventarliste und ohne eine breit abgestützte Strategie für die Museen.

Eines ist klar, wird der Neubau vom NHM im St. Johann gebaut, löst das wohl eine Lawine von zusätzlichen Kosten aus. Und es wird dann wieder heissen, wir müssen – wir haben keine Alternative: Sanierung Berri-Bau, Umzug Antikenmuseum, Sanierung Kunstmuseum und Historisches Museum.

Alleine darum ist dieses Projekt zurück zu weisen. Das Präsidialdempartement muss jetzt endlich die Hausaufgaben machen und einen Gesamtplan inkl. Kosten für die zukünftige Museumslandschaft entwickeln. 

Fazit. Der Neubau ist teuer, die Folgekosten sind nicht absehbar, der Standort ist zweifelhaft.

Eine deutliche Mehrheit der FDP-Mitglieder folgte meiner Empfehlung und lehnte das Projekt ab.

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