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3 Jahre Sanierung Kleinhüningerstrasse: Das muss in Zukunft schneller gehen.

3 Jahre Sanierung Kleinhüningerstrasse: Das muss in Zukunft schneller gehen.

Die Kleinhüningerstrasse wurde erneuert. Gleiserneuerungen, Leitungen und Belagsarbeiten dauerten insgesamt 3 Jahre. Die Anwohner und das Gewerbe sind froh, dass die Baustellen jetzt endlich vorbei sind. Sie fragen sich aber auch, wieso solche Bauarbeiten immer so lange dauern und warum oft wochenlang niemand auf der Baustelle war. Die IGK fordert mehr Tempo bei solchen Strassensanierungen.

Der Flyer vom Tiefbauamt kommt schön daher, mit viel grün wurde das Sanierungsprojekt, die Etappierung und den Nutzen für Kleinhüningen erläutert. Grün soll wohl beruhigend auf Anwohner, Baizen und das Gewerbe wirken. In Kleinhüningen ärgern sich aber auch heute noch viele grün und blau, wenn sie an die Baustellen zurückdenken. In der Kleinhünigerstrasse wurde insgesamt in mehreren Etappen vom April 2017 bis im März 2020 gebaut. Also drei (!) ganze Jahre lang.

Zusammen mit IGK-Vorstandsmitglied Daniel Hunziker habe ich im Juli Anwohner der Kleinhünigerstrasse getroffen und mit Ihnen über die Baustellen und die Beeinträchtigung für Anwohner und Gewerbe gesprochen. Beim Vorortstermin waren die Bauarbeiten in der Nebenstrasse immer noch im Gange und mit Informationstafeln wurde bereits auf nächsten Bauarbeiten rund um die Dorfstrasse Kleinhüningen hingewiesen (vgl. Bild)  

 

Was den Anwohnern aufgefallen ist, ist dass auf der Baustelle immer wieder während längerer Zeit wenig oder gar kein Betrieb herrschte und dass z.B. für das Lochbohren für neue Gas- und Wasserleitungen bei der IWB zwei unterschiedliche Teams eingesetzt wurden. Die Teams der IWB bohrten also an unterschiedlichen Tagen quasi nebeneinander zwei Löcher für Gas und Wasser in die Wände der Liegenschaften. Die Anwohner und das Gewerbe wurden also zweimal mit fast der identischen Arbeit belastet. Scheinbar sind Anwohner aus der Kleinhüningerstrasse weggezogen und nannten als Grund für den Wegzug, dass sie die Baustelle und den Lärm nicht mehr ertragen konnten. Natürlich kann so ein Umzug vielfältige Gründe haben, aber die Rückmeldungen aus der Kleinhüningerstrasse zeigen es, dass 3 Jahre Belastung für Anwohner und Gewerbe viel zu lange sind.

Vor kurzem wurde mit einem Spatenstich die Umgestaltung der Freien Strasse gestartet. Salbige Worte waren zu vernehmen, es wird alles attraktiver und man etappiere die Bauarbeiten, damit die Belastung für Gewerbe, Besucher und Anwohner erträglicher wird. Das hört sich auf den ersten Blick gut an, aber auch die Sanierung der 600 Metern langen Freien Strasse soll ganze 3 Jahre dauern. Das ist doch einfach viel zu lange. Die Italiener haben gerade in Genua eine neue Brücke in 2 Jahren geplant und gebaut. 3 Jahre für eine Strassensanierung scheint also so etwas wie der Goldstandard für Basel geworden zu sein.

Bald soll ja auch die Sanierung und Umgestaltung der Rheingasse in Angriff genommen werden. Aus Sicht der IG Kleinbasel muss alles darangesetzt werden, dass bei solchen Baustellen die Geschwindigkeit erste Priorität hat. Je schneller eine Baustelle fertig ist, desto weniger werden Anwohner und Gewerbe belastet.

In der Vergangenheit wurde wiederholt in Basel über die Idee von Bonus-Malus-Anreizsystemen für die Beschleunigung von Strassensanierungen diskutiert. Der FDP Grossrat Christophe Haller hatte diesbezüglich im Jahr 2015 im Rahmen der Sanierung der Feldbergstrasse einen Vorstoss gemacht. Die Idee des Systems ist, dass nicht nur eine Verzögerung der Baustelle bestraft (Konventionalstrafe) wird, sondern auch eine vorfristige Fertigstellung belohnt wird. Auf Autobahnen scheint das System erfolgreich zu funktionieren. Die Basler Regierung erteilte aber im Jahr 2015 einem solchen System eine Absage. Mit der Begründung, dass ein solches System auf Baustellen mit mehreren Werkeigentümern auf Strassen in Innenstädten nicht funktioniert.

Wenn man an all die anstehenden Strassensanierungen und Gleiserneuerungen denkt, dann wäre es wohl wieder einmal an der Zeit, über Ideen der Beschleunigung und besserer Koordination von Baustellen zu sprechen. Zumindest innerhalb der IWB scheint es auf jeden Fall einiges an Potential zur besseren Abstimmung zu haben. Die Anwohner und das Gewerbe der ganzen Stadt würden es verdanken.

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