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„Für Freiheit kämpfen“ - seit 125 Jahren

„Für Freiheit kämpfen“ - seit 125 Jahren

Die Freisinnig-Demokratische Partei, die heutige FDP.Die Liberalen Basel-Stadt, wurde 1894 gegründet. Damit feiert die FDP dieses Jahr das 125-jährige Jubiläum. Neben diversen Jubiläumsaktivitäten haben wir vor zwei Jahren auch den Verein Freisinnige Geschichte Basel gegründet. Ziel des Vereins ist, die 125-jährige Geschichte der Partei mit einem historischen Buch aufzuarbeiten. Letzten Dienstag war es soweit, wir konnten das Buch mit dem Titel „Für Freiheit kämpfen – Die Geschichte des Basler Freisinns“ der Öffentlichkeit präsentieren.

Das Buch erscheint in der Reihe „Beiträge zur Basler Geschichte“ des Christoph Merian Verlags. Der Verlag schreibt dazu in der Buchankündigung, der Autor und selbständiger Historiker Benedikt Pfister verstehe es ausgezeichnet, die Entwicklung des Basler Freisinns historisch und unabhängig zu beleuchten.

Die Realisation des Buches war ein spannender Prozess während zwei Jahren. Wir haben bewusst mit Benedikt Pfister einen unabhängigen Autoren gewählt und wollten nicht einfach ein Selbstbeweihräucherung unserer Geschichte. An der Buchpräsentation habe ich mit dem Autor Benedikt Pfister und unserem Alt-Regierungsrat Jörg Schild über das Buch, die Entstehungsgeschichte und ausgewählte Kapitel gesprochen.

Jörg Schild war von 1992 bis 2006 Regierungsrat der FDP. Sein Weg in die Regierung hat gewissen Parallelen zu Nadine Gautschi, unser heutigen bürgerlichen Regierungsratskandidatin. Auch Jörg Schild war nicht Mitglied des Grossen Rates bevor er in die Regierung gewählt wurde. Und ich glaube man kann sagen, dass er die Arbeit in der Regierung auch ohne vorgängige Grossratserfahrung sehr gut gemacht hat.

Das Titelbild des Buches

Benedikt Pfister schreibt über das Titelbild auf dem Umschlag des Buches: „Die Abgrenzung gegen links und rechts ist eine Konstante in der Geschichte der FDP seit ihrer Gründung 1894. Darauf spielt das Titelbild dieses Buches an, das auf einem Flugblatt aus den 1920er Jahren die Radikal-Demokraten (heutige FDP) als Verteidiger der Schweizerfahne gegen die Kommunisten links und die Konservativen (heutige LDP) rechts zeigt. Die offene Hand gegen rechts verdeutlicht das Selbstverständnis der Partei als Teil des bürgerlichen Blocks.“

Der Freiheitskampf als DNA der FDP

Das Buch beschreibt viele Freiheitskämpfer. Einer davon teilt nicht nur fast den Namen mit dem grossen Wilhelm Tell, Wilhelm Klein ging auch für den Freiheitskampf ins Gefängnis.

Die FDP hat sich immer der Freiheit verpflichtet gefühlt - auch heute ist „Freiheit“ neben „Fortschritt“ und „Gemeinsinn“ ein zentraler Wert der FDP. Im Kapitel 12, bei den Rigi-Thesen, wurde „Freiheit“ als zentraler Begriff beschrieben. Anfang der 80er-Jahre präsentierte der damalige Regierungsrat Paul Wyss ja die sogenannten „Rigi-Thesen“ – die neuen Grundsätze des modernen Liberalismus. Benedikt Pfister zitiert im Buch Paul Wyss wie folgt: „Paul Wyss erläuterte im Basler Freisinn das ideologische Fundament der Thesen: 

"Der Freisinn ist keine dogmatische Lehre, sondern eine offene politische Weltanschauung. Er ergänzte, der Freisinn sei ein Trolleybus-System, das sich an einer Fahrleitung hält, aber die ganze Strasse benützt. Der Dogmatiker dagegen fährt mit einem Tram, das von Schienen geführt wird.“


Die FDP und der Sport

Die FDP war immer auch mit Sportgrössen verbunden. Jörg Schild war als Handballer in der Schweizer Nationalmannschaft und Karli Odermatt ist ein bekennender FDP-Fan. Massimo Ceccaroni machte noch als aktiver FCB-Spieler Werbung für die FDP. Eine gekürzte Fassung des Buchkapitels „Der «Fanatiker der Freiheit». Ernst Thalmann (1881 –1938) und die freisinnigen Sport-Netzwerke“ über das Verhältnis zwischen Sport und Politik wurde in der BZ durch Benedikt Pfister publiziert.

Weitere spannende Kapitel

Das Buch umfasst insgesamt 17 Kapitel mit interessanten Bildern und Wahlplakaten. Ein Kapitel heisst „Freiheit durch Bildung“ mit Visionen der FDP für die Bildungspolitik. Ein weiteres beschreibt die liberale, pragmatische Drogenpolitik für Basel in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts. Aber auch dem Bruderkrieg zwischen den Schwesterparteien (FDP & LDP) wird ein Kapitel gewidmet. In einem Flugblatt vor den Grossratswahlen 1905 störte sich die FDP daran, dass sich die Konservativen kurz vorher in Liberale Partei umbenannt hatten. Die FDP sah darin einen Angriff auf die eigene Partei und eine Verwirrung der Wähler.


Ich persönlich finde das Buch sehr gelungen, nicht nur für Freisinnige, sondern auch für alle Menschen, die sich für die Geschichte und die Gegenwart von Basel interessieren. Ich kann es sehr empfehlen.

Das Buch kann direkt bei der FDP für Fr. 29.00 gekauft werden.


Zum Interview von TeleBasel mit dem Autor Benedikt Pfister.

 

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